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Andorra und der Euro – Versuch einer sachlichen Betrachtung

Vorgeschichte:

Die Regierung des Fürstentums Andorra beschloss am 11. Oktober 2000 die Einführung des Euro. Bereits im Januar 2009 sollten die ersten eigenen Euromünzen ausgegeben werden.

Aufgrund des Bankgeheimnisses in Andorra gelang es allerdings nicht, eine Einigung bis zu diesem Zeitpunkt zu erzielen und so trat die Währungsvereinbarung zwischen der EU und Andorra erst zum 1. April 2012 in Kraft, mehr als 3 Jahre später wie vorgesehen. Als Währung wurde der Euro in der Tat von Beginn an genutzt. Spanien und Frankreich versorgten den Zwergstaat mit Euromünzen aus ihren Ländern.

Unser bereits Ende 2014 erschienener Blogbeitrag stellt die Euroausgaben und die Motive im Detail vor.

Der sogenannte „Diner“, die Kunstwährung von Andorra, wird ausschließlich für Sammler und in Form von Anlagemünzen produziert; in Umlauf gelangten diese Münzen nicht.

Motivwahl:

Bei der Auswahl der Motive der andorranischen Euromünzen entschied man sich, diese im Rahmen eines Designwettbewerbes festzulegen. Ausgenommen war die 2 Euro Münze. Auf dieser Münze war das Wappen Andorras verpflichtend, während bei den übrigen Nominalen nur die Themen festgelegt wurden.

Die Münzen von 1 Cent bis 5 Cent stehen unter dem Thema „Naturabbildungen“ und die Münzen von 10 Cent bis 50 Cent stehen unter dem Thema „Romanische Kunst“. Die 1 Euro Münze zeigt das Parlamentsgebäude von Andorra, die Casa de la Vall.

Überblick über die Münzausgaben:

Seit 29. Dezember 2014 sind die ersten eigenen Euromünzen Andorras, die in Spanien und Frankreich geprägt wurden, für Bürger Andorras erhältlich. Jeder Bürger hatte die Möglichkeit mittels eines – zu Beginn recht komplizierten – später vereinfachten Ausgabeverfahrens ein Kursmünzenset von 1 Cent – 2 Euro des Prägejahres 2014 bei einer offiziellen Ausgabestelle der Regierung abzuholen.  Die Auflage des auch als Starterkits bezeichneten Sets beträgt 70.000 Serien.

Einige Wochen später, ab Mitte Januar 2015, wurden schließlich auch offizielle Kursmünzenserien, Auflage 70.000 Serien, zu einem Ausgabepreis von 24 Euro ausgegeben. 1000 Serien sind allerdings nicht zum Verkauf vorgesehen.

Die Ausgabe der KMS erfolgte zunächst ausschließlich an Münzhändler in Andorra und in stark limitierten Stückzahlen. Dies führte dazu, dass die KMS über mehrere Monate hinweg für Sammler nur zu einem dreistelligen Preis zu erwerben waren.

Außerdem beschloss man 2014 die Ausgabe einer 2 Euro Sondermünze mit dem Thema Europarat. Von dieser Ausgabe ist bisher offiziell nicht bekannt, ob diese nur in einer sogenannten Coincard erscheint oder auch in den Zahlungsverkehr gelangt. Die geplante Auflage liegt bei maximal 100.000 Exemplaren.

Für 2015 sind weitere Münzausgaben vorgesehen. Geplant sind unter anderem zwei verschiedene 2 Euro Gedenkmünzen mit den Themen „25 Jahre Zollunion mit der EU“ und „30 Jahre Volljährigkeit mit 18“.

Neben den Münzausgaben in der Qualität BU sind die Münzen auch in limitierten Stückzahlen in spezieller Proof Qualität erhältlich.

Laut bisher unbestätigten Meldungen ist die Hälfte der 2 Euro Münzen, sowie der Kursmünzenserien in Proof für Einwohner Andorras reserviert.

Überblick über die aktuelle Ausgabesituation:

Mit heutigem Tag, 29.02.2016, beginnt die Verteilung der Kursmünzenserien 2014 und der 2 Euro Gedenkmünze 2014 an den weltweiten Handel. Nicht nur Händler, sondern auch Sammler haben sehnsüchtig auf diesen Zeitpunkt gewartet, weil so zusätzliche Münzserien am Markt verfügbar werden, bzw. die lang erwartete 2 Euro Gedenkmünze erscheint und damit das 2 Euro Sammelgebiet 2014 als abgeschlossen betrachtet werden kann.

Positiv ist hervorzuheben, dass sich die Regierung in Andorra bemüht hat, die Münzen an den Handel weltweit sehr breit gestreut zu verteilen und nicht nur einige wenige Händler mit großen Stückzahlen der Münzen bedient hat.

Wir haben die Preise der Münzen seit Monaten verfolgt und aufgrund der jetzt erfolgten Zuteilungen der Ausgabestelle zeichnet sich eine Normalisierung der Preise für den Sammler ab. Vorverkäufe der Münzausgaben zu einem vielfachen des Ausgabepreises waren keine Seltenheit, diese sind zur Zeit aber – zumindest bei den BU Qualitäten – kein Thema mehr.

Allerdings stößt die Ausgabepolitik Andorras aber auch auf noch verhaltene Kritik von mehreren Münzhändlern. Uns liegen Information vor, dass deren Zuteilungen teilweise so stark rationiert wurden, dass sie nun Probleme haben, die hohe Anzahl der Vorbestellungen ihrer Kunden auszuführen. Dies macht sich nicht nur bei den limitierten Proof-Ausgaben, sondern durchaus auch bei den normalen KMS BU und 2 Euro bemerkbar.

Aufgrund dessen, dass es sich um den ersten offiziellen Euro KMS und die erste 2 Euro Gedenkmünze aus Andorra handelt, ist die Nachfrage bei Sammlern erwartungsgemäß groß.

Händler, die Bestellungen „unverbindlich“ entgegengenommen haben, sind auf der sicheren Seite, da sie auch bei geringerer Zuteilung als erwartet, kein Problem mit fixen Bestellungen haben. Unserer Meinung nach der richtige Weg. Münzen, die man nicht in den Händen hält, sollte man nicht mit Liefergarantie verkaufen.

Aufgrund der großen Preisdifferenz zwischen Vorverkauf und aktuellen Marktpreisen ist unter Umständen davon auszugehen, dass Münzen von den Vorverkäufern aus dem Markt gekauft werden, um ihren Lieferverpflichtungen nachkommen zu können. Die breite Streuung der Münzen könnte dies erschweren.

Außerdem gibt es von Seiten Andorras noch keine konkreten Informationen, ob geringe Stückzahlen der Münzen auch an Privatsammler im Ausland verkauft werden.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Marktpreis der Münzen entwickelt, entscheidend ist wie immer das Prinzip zwischen Angebot und Nachfrage. Wir bleiben dran!

Anmerkung: Wir reichen in den nächsten Tagen noch Bildmaterial nach.

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