Pseudomünzen - umstrittene Kommerzprodukte

Bei Pseudomünzen handelt es sich um Prägeerzeugnisse, die in Sammlerkreisen höchst umstritten sind. Die wichtigsten formalen Anforderungen, die eine offizielle Münzausgabe auszeichnen, werden von den Pseudomünzen erfüllt: Sie werden von einem Land ausgegeben und haben zudem einen aufgeprägten Nennwert. Ihr Status als Zahlungsmittel ist jedoch quasi nicht existent. Die Pseudomünzen werden als reine Sammlerprodukte konzipiert und ausgegeben.

Auftragswerke des Handels

Auch viele Euro-Gedenkmünzen landen natürlich ausschließlich in den Händen von Sammlern und werden nie als Zahlungsmittel verwendet werden. Jedoch werden diese Münzausgaben von den Staaten in Auftrag gegeben und sind als "vollwertig" anzusehen. Wir fassen die Definiton für Pseudomünzen etwas enger und verstehen insbesondere reine Auftragswerke des Handels darunter.

Möglich werden diese Machwerke durch die Lizenzvergabe diverser (Klein-)Staaten u.a. aus Afrika, die es zumeist größeren Münzhandelshäusern aus Europa ermöglichen unter der Flagge dieser Länder eigene Gedenkmünzen herauszugeben. In aller Regel haben die Themen der so verausgabten Münzen keinerlei Bezug zum offiziellen Ausgabeland, sondern werden für vermeintlich populäre Anlässe auf dem Zielmarkt missbraucht.

Ausgabeländer von Pseudomünzen:

  • Cook-Inseln
  • Liberia
  • Nauru
  • Niue
  • Palau
  • Samoa
  • Somalia
  • Togo
  • Tokelau
  • Tuvalu
  • Uganda

Wertverlust ist die Regel

Häufig werden die Pseudomünzen von den auftraggebenden Unternehmen schon zu deutlich überhöhten Preisen auf den Markt gebracht. Insbesondere unerfahrene Sammler bzw. Kunden lassen sich von vermeintlich niedrigen Auflagen oder "Veredelungen" der Münzen täuschen. Daher werden die Angebote besonders häufig auch im TV oder in Zeitungen beworben. Von einzelnen Ausnahmen abgesehen ist der Wertverlust bei vielen dieser Pseduomünzen jedoch praktisch vorprogrammiert. Spätestens wenn die Münzausgaben aus der Werbung verschwinden, sinkt auch die Nachfrage rapide. Schließlich zeigt der etablierte Sammlermarkt in aller Regel keinerlei Interesse an den Pseudoausgaben.

Coloriert, vergoldet, mit Steinen besetzt...

Viele Händler lassen ihrer Fantasie freien Lauf, wenn es gilt besondere "Raritäten" zu schaffen. Um den Anschein einer Besonderheit zu schaffen, werden die Münzen wahlweise coloriert, vergoldet, mit Edel- oder Bernsteinen (nichts gegen die Originalprodukte: Bernstein ist nach wie vor einer der beliebtesten Schmucksteine) besetzt, oder mit "innovativen" Prägeverfahren geprägt. All das soll unerfahrene Sammler beeindrucken. Den langfristigen Wert der Münzen nützt allerdings auch das nur noch wenig.