Palladiummünzen – Eine etwas andere Anlageoption

Wie Ihnen als Leser sicherlich gleich aufgefallen ist, gehört das Edelmetall Palladium nicht zu den gängigen Anlageklassikern à la Silber oder gar Gold. Nichts desto trotz sollte Palladium nicht gänzlich unbeachtet bleiben, da es neben großen Risiken auch etliche werthaltige Chancen eröffnen kann.

Mit ein Grund für das (noch) geringe Interesse an Palladiummünzen ist sicherlich seine erst späte Entdeckung zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Erst allmählich begann man danach mit der Produktion von Medaillen in wahrlich geringer Stückzahl. Auch vereinzelte Versuche in Bezug auf die Münzprägung wurden unternommen. Erst in der Mitte des 20. Jahrhunderts wurde mit der serienmäßigen Produktion von Palladiummünzen begonnen, die in der Spitze geringe Auflagenzahlen von knapp 2.000 Exemplaren erreichten, meist aber deutlich darunter lagen.

Ballerina Palladiummünzen sind Vorreiter

Ballerina Palladiummünze

Erst durch die Einführung der 25 Rubel (1 Unze) Ballerina Palladiummünzen durch die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken im Jahr 1989, wurde es ermöglicht,  mit einem moderaten Aufgeld in Palladiummünzen anzulegen, ohne auf die Sammlermünzen in geringer Auflage zurückgreifen zu müssen. Darüber hinaus wurden für Münzsammler auch Stücke in Polierter Platte geprägt, sowie die Nominale 10 Rubel (1/2 Unze) und 5 Rubel (1/4 Unze) ergänzt.

Diese Prägungen wurden auch nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion von Seiten der Russischen Föderation weitergeführt. Je nach Jahrgang und Nominal wurde als Motiv eine andere Figur des russischen Balletts abgebildet. Von diesen Münzen wurden teilweise bis zu 27.000 Exemplare pro Ausgabe geprägt, wobei die Auflagenzahlen bis zur letztmaligen Produktion im Jahr 1995 deutlich abgesenkt wurden.

Nahtlos versuchte die Perth Mint mit der Ausgabe einer 1 Unzen Palladiummünze zu AU$ 40 in Polierter Platte, dem australischen Emu, im gleichen Jahr eine Alternative zu den russischen Palladiummünzen zu schaffen. Deshalb wurden in den Jahren 1996 bis 1998 auch zusätzlich Bullionausgaben mit maximaler Auflage von je 5.000 Exemplaren emittiert.

Nachdem auch diese Prägung eingestellt wurde, bot sich hinsichtlich der Auflagenstärke der Ballerina Münzen bis zum Jahr 2005 keine wirklich vergleichbare Anlagemünze. Diese Lücke wurde erst durch die Erweiterung der Produktpalette der Royal Canadian Mint (RCM) mit einem Maple Leaf aus Palladium geschaffen, welcher motivgleich bis zum Jahr 2007 geprägt wurde.

Aktuell kann neben den Münzen auf dem Sekundärmarkt, auch auf die zurzeit noch geprägte 1 Unze Cook Islands „HMS Bounty“ Palladiummünze aus dem Jahr 2009, sowie Palladiumbarren zurückgegriffen werden.

Neben dem volatilen Kursverlauf von Palladium, was nicht nur durch die oligopolistische Marktstruktur hervorgerufen wird, ist bei einem Investment in Palladium(münzen) zwingend zu beachten, dass die Stücke meist mit einem hohen Aufgeld auf den Materialwert gehandelt werden und eine Umsatzsteuer von 19% in Deutschland erhoben wird.

Trotz alle dem bieten Palladiummünzen, inklusive der dazugehörigen Sammlermünzen, ein hoch interessantes Themengebiet welches aber erst nach hinreichender Einholung von Informationen und Abwägung dieser, zum Investment führen sollte.

Marco Müller
PalladiumBlog.de

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